Studie: Computerkenntnisse der ÖsterreicherInnen

Eine umfangreiche Studie im Auftrag der Österreichischen Computer Gesellschaft OCG stellt erstmals die Selbsteinschätzung den tatsächlichen Computerkenntnissen der ÖsterreicherInnen gegenüber.

Ronald Bieber

Ronald Bieber bei der Präsentation der Studie am 18. März 2014

Die wichtigsten Ergebnisse: Das Wissen, etwa im Bereich IT‐Security, ist besser als erwartet. Wo es aber um die praktische Umsetzung des Computerwissens bei der alltäglichen Nutzung geht, zeigen sich deutliche Lücken. Das betrifft vor allem grundlegende Fähigkeiten der täglichen Computernutzung wie die Dateiverwaltung. Bei der Internet‐Nutzung sind die ÖsterreicherInnen dagegen besser als bei den Grundkenntnissen.
Und: Die Selbsteinschätzung sagt so gut wie nichts über die tatsächlichen Computerkenntnisse aus.

Wer sehr gute Computerkenntnisse hat schätzt die eigenen Kompetenzen ähnlich ein wie jene Personen, die mittelmäßige oder schlechte Computerkenntnisse haben,” erklärt Dr. Ronald Bieber, Generalsekretär der Österreichischen Computer Gesellschaft OCG: “Das hat uns schon sehrüberrascht und bedeutet auch: Wer schlechte Computerkenntnisse hat weiß gar nicht, dass er oder sie Bildungslücken hat.

Die Ergebnisse im Detail:

  1. Insgesamt glauben 60 % der Befragten, dass ihre Computerkenntnisse im Allgemeinen „sehr gut“ oder „gut“ sind. Beim Online‐Test, schneiden im Gegensatz dazu aber 61% „schlecht“ bis „sehr schlecht“ ab. (Details dazu siehe Grafik anbei.)
  2. Im Teilbereich der Computer‐Grundkenntnisse, bei dem es unter anderem um Fähigkeiten wie Dateiverwaltung und Ähnliches ging, zeigen sich die größten Abweichungen zwischen Selbsteinschätzungen und Testergebnissen: In diesem Teilbereich glauben insgesamt 78% der Befragten, sie hätten „gute“ oder „sehr gute“ Grundkenntnisse. Aber im Test schneiden 75% mit „schlechten“ oder „sehr schlechten“ Ergebnissen ab. Viele Testpersonen scheiterten bei abgefragten Grundkenntnissen wie Verschieben, Kopieren oder Anlegen von Ordnern.
  3. Bei den Internet‐Kenntnissen ist die Differenz zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichen Kenntnissen zwar hoch, aber im Vergleich mit anderen Teilbereichen am geringsten: 84% glauben, dass sie „sehr gute“ oder „gute“ Internet‐Kenntnisse haben. Im Gegensatz dazu erreichen 49% im Test „schlechte“ oder „sehr schlechte“ Ergebnisse.

Selbsteinschaetzung versusTestergebnisse

Überraschend war, dass gerade beim IT‐Security‐Wissen die geringsten Abweichungen zwischen Selbsteinschätzung und tatsächlichem Wissen festgestellt wurden.
Die starke mediale Diskussion dürfte dazu beigetragen haben, dass die tatsächlichen Kenntnisse, etwa zu Themen wie Phishing oder Datenschutz, nicht so schlecht sind“, erklärt Bieber.

Dass gerade im Bereich IT‐Security die Testergebnisse überdurchschnittlich gut waren, könnte aber auch damit zusammenhängen, dass in diesem Bereich nur Wissen mittels Multiple‐Choice‐Test abgefragt wurde, aber keine Tätigkeiten betreffend die IT‐Security am Computer ausgeführt werden mussten.
Was uns dieser Teilbereich des Tests auch zeigt: Viele Personen haben ein fundiertes
theoretisches Wissen. Wenn es aber darum geht, effizient mit dem Computer zu arbeiten, dann fehlt häufig die Kompetenz, das theoretische Wissen am Computer anzuwenden“, so Bieber.

Details zur Studie

Im Jänner und Februar 2014 wurden 1.260 ÖsterreicherInnen im Alter von 15 bis 60 Jahren befragt, wie sie Computer nutzen und wie sie ihre diesbezüglichen Kenntnisse selbst einschätzen. Gleichzeitig wurden mit einem vergleichbaren Teil‐Sample von 494 Personen aus diesem Befragtenkreis detaillierte Online‐Tests durchgeführt, die deren Computerkenntnisse in verschiedenen Bereichen objektiv evaluieren.

Der Test bestand aus Aufgaben / Fragen aus den Gebieten Dateienverwaltung, Online-Grundlagen und IT-Sicherheit. Sie wurden mit dem automatischen Testsystem der OCG, Sophia, durchgeführt, das In-Application Testing ermöglicht.

Die Studie wurde von meinungsraum.at in unserm Auftrag durchgeführt.

Ressourcen zum Download

Auswahl der Medienberichte zur Studie

Die österreichischen Medien haben ausführlich über die Studie berichtet. Hier eine Auswahl aus den zahlreichen Medienberichten:

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