WACA bei CEPIS und am eDay präsentiert

Das Austrian Web Accessibility Certificate (WACA), das in Kürze verfügbar sein wird, wurde im April erstmal auf dem CEPIS Meeting in Istanbul und am eDay der Wirtschaftskammer präsentiert.

Beim Frühjahrstreffen der CEPIS, Council of European Professional Informatics Societies – http://www.cepis.org) am 13. und 14. April in Istanbul nahmen OCG Generalsekretär Ronald Bieber und OCG Viezepräsident Klaus Höckner in teil. Als Gastgeber fungierte die Informatics Association of Turkey (IAT) http://www.tbd.org.tr. Als Dachorganisation der europäischen Computer Gesellschaften, hat sich die CEPIS die Professionalisierung und Verbreitung von erstklassigen Standards in der Informatik in Hinblick auf Gesellschaft als oberstes Ziel gesetzt. Die behandelten Themen waren wie immer sehr vielfältig: Von einer Studie über die Teilnahme von Frauen in der Informatik bis hin zum Gebrauch des Blockchain-Ansatzes für dezentralisiertes Lernen spannte sich der Bogen.

CEPIS Meeting in Istanbul mit Ronald Bieber und Klaus Höckner, OCG

CEPIS Meeting in Istanbul mit Ronald Bieber und Klaus Höckner, OCG

Klaus Höckner hat beim CEPIS Meeting eine besondere Initiative der OCG  präsentiert: das Austrian Web Accessibility Certificate, kurz WACA, (www.ocg.at/waca), das Firmen in naher Zukunft zur Verfügung stehen wird. Damit können sie ihre Konformität, bzw. die ihrer Website, zu den bestehenden Standards (WCAG 2.0 – https://www.w3.org/TR/WCAG20) und Gesetzen (Bundesbehindertengleichstellungsgesetz) unter Beweis stellen. Diese Initiative ist ebenso wichtig für den öffentlichen Sektor, in Hinblick auf die  bald in Kraft tretende Direktive der EU und des Rates über die Barrierefreiheit von Websites und Apps von öffentlichen Stellen, sowie auf den sich in Verhandlung befindlichen European Accessiblity Act, der dann alle Websites aller EU 28(27) Staaten umfassen soll. Die Initiative zu WACA erfolgte von der OCG in Kooperation mit Partnern aus der universitären Landschaft (Johannes Kepler Uni in Linz), Partnern aus der Zivilgesellschaft (Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs, KII) und Webagenturen (gugler brand, zensations, wienfluss). In der OCG ist Werner Rosenberger für das Projekt WACA verantwortlich, er hat das WACA Zertifikat am eDay http://eday.at/ der Wirtschaftskammer am 12. April in Wien präsentiert.

Wozu WACA?

WACA soll als offizielles Zertifikat der unabhängigen Zertifizierungsstelle OCG die Zugänglichkeit für möglichst alle Menschen auf geprüften und zertifzierten Websiten gewährleisten. Primär geht es natürlich auch darum, den drohenden Digital Divide zu verhindern bzw. zu schließen und möglichst viele Menschen an den Errungenschaften teilhaben zu lassen, die durch moderne IKT-Technologien ermöglicht werden. Mit dem Web Accessibility Zertifikat werden die Bemühungen von Unternehmen und Organisationen hinsichtlich Barrierefreiheit im Web ausgezeichnet. Ein weiteres Ziel ist es, die Öffentlichkeit, Entscheider und Multiplikatoren auf das Thema Barrierefreiheit gezielt aufmerksam zu machen.

Vielfältige Beeinträchtigungen

Vergessen wir nicht, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der laut offiziellen Statistiken ein Sechstel der Menschen mit Behinderungen lebt, seien es motorische, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen oder kognitive Einschränkungen. In Österreich leben aktuell ca. 1, 7 Mio. Menschen (!) mit temporärer oder dauerhafter Beeinträchtigung (Quelle: Statistik Austria).

Zudem ist die Überalterung der Gesellschaft ein demographisches Faktum, das nicht zu verleugnen ist – bis 2030 wird allein im EU-Raum an die 25-30 Prozent der Bevölkerung über 65 Jahre alt sein. Altersbedingte Einschränkungen sind ein bekannter Fakt, auf den in Zukunft sicher noch viel mehr Rücksicht genommen werden muss – etwa auch hinsichtlich erfolgreicher Maßnahmen in punkto eGovernment oder digitale Services von großen Anbietern, etwa etwa Online Konto und Banking-Services, Online-Versicherungen, E-Commerce-Plattformen oder digitale Gesundheitsakte, um nur einige Beispiele zu nennen.

Leider werden Websites und Apps oft “nur” für Menschen designt, die keinerlei Einschränkungen haben. Damit schließen wir bis zu Ein Fünftel der Bevölkerung vom Gebrauch dieser Anwendungen aus! Dabei handelt es sich jedoch um potentielle Kunden, auf sie sollte nicht vergessen werden. Design und digitale Inklusion sind das Gebot der Stunde.

Die Präsentation des Zertifikats beim CEPIS-Treffen wurde mit großem Interesse aufgenommen. Mehrere Ländervertreter haben den Wunsch nach weiteren Informationen geäußert. Es gibt auch den Wunsch, das Zertifikat auf nationale Bedürfnisse anzupassen und gegebenenfalls zu übernehmen.

Kontakt WACA in der OCG:

Werner Rosenberger
werner.rosenberger@nullocg.at
M +43 664 400 600 7

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