Ruperta Lichtenecker im Kamingespräch: Können wir das stoppen?

Ich werde immer wieder gefragt: Können wir das stoppen?“, sagte Ruperta Lichtenecker gestern beim OCG Kamingespräch zum Thema „Digitaler Wandel“. Die Antwortet lautet natürlich: „Nein – wir alle, in Gesellschaft und Wirtschaft müssen uns proaktiv auf den digitalen Wandel einstellen und lernen, damit umzugehen“.  Lichtenecker, gebürtige Oberösterreicherin und Grüne Wirtschafts- und Forschungssprecherin, Nationalratsabgeordnete seit 2006 und Vorsitzende des Ausschusses für Forschung, Innovation und Technologie im Parlament, gab Einblick in die komplexe Thematik des digitalen Wandels – viele Herausforderungen sind darin zu meistern, denn das Internet der Dinge ist dabei, Wirtschaft und Gesellschaft massiv zu verändern. Alles wird „smart“, wir sprechen von „Smart Factory“, „Smart Mobility“, „Smart Grids“, „Smart Buildings“, „Smart Health“ und „Smart Government“.

Ruperta Lichtenencker beim OCG Kamingespräch am 12. Mail 2016Komplexe Thematik und große Herausforderungen

Aber: Industrie 4.0 und der digitale Wandel sind ein komplexes Thema, das so noch nicht in der Praxis angekommen ist: Lichtenecker zitierte dazu eine deutsche Studie aus dem Jahr 2015. Demnach ist nicht einmal der Begriff Industrie 4.0 in der Wirtschaft selbstverständlich. „Da ist noch viel an Aufklärung und Bewusstseinsarbeit notwendig“, glaubt Lichtenecker.

Als große Themen bei der Entwicklung in Richtung Industrie 4.0 und vernetzte Welt nannte sie die Veränderung der Arbeitswelt und des Arbeitsmarktes, (Cyber-)Security, Datenschutz, Regulierung, die rechtliche Situation, Bildung und Forschung sowie letztlich die umfassenden gesellschaftlichen Auswirkungen.

Ohne Bildung 4.0 keine Industrie 4.0

Ein großes Anliegen war der Grün-Politikerin das Thema soziale Auswirkungen und lebenslanges Lernen. „Wir brauchen da ganz klare Ziele und ein gesamtpolitisches Kommitment“, bezog sie klar Position. Das freut uns als OCG besonders, denn unser Credo lautet: „Ohne Bildung 4.0 keine Industrie 4.0“. IT und Informatik müssen in den Unterricht schon frühzeitig integriert werden. Der Weg dazu ist allerdings noch lang, aber OCG Initiativen wie der  Wettbewerb für Schülerinnen und Schüler „Biber der Informatik“ und generell der ECDL sind Wege in die richtige Richtung.

Politische Rahmenbedingungen schaffen

Lichtenecker nannte gestern vor allem das schnelle Tempo als entscheidenden Faktor, dem wir uns stellen müssen. „Nun ist die Politik am Zuge, um die Rahmenbedingungen zu gestalten“, ist sie sich bewusst. Lichtenecker will eine Digitale Strategie 2030 forcieren – das ist zeitmäßig wohl etwas weit gegriffen – und nannte u. a. folgende Punkte:  Planbarkeit und Rechtssicherheit, Cluster und Spin-offs, digitale Mittelstandsoffensive und Kooperationen zwischen KMUs und Leitbetrieben fördern sowie auf EU-Ebene die nötigen Rahmenbedingungen für den digitalen Wandel schaffen. Zur veränderten Arbeitswelt und –situation brachte sie auch den Gedanken des „bedingungslosen Grundeinkommens“ – einer Idee die laut Medienberichten bereits heuer in der Schweiz und in Finnland realisiert werden könnte. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/grundeinkommen-was-sich-2016-in-der-schweiz-und-finnland-entscheiden-wird-a-1069076.html

Ruperta Lichtenencker beim OCG Kamingespräch am 12. Mail 2016

Ruperta Lichtenecker beim OCG Kamingespräch am 12. Mail 2016

Aktuelle konkrete Schritte

In Österreich läuft gerade das vom Parlament beauftragte Projekt „Foresight & Technikfolgenabschätzung zur gesellschaftlichen Dimension der nächsten industriellen Revolution“, das vom Institut für Technikfolgenabschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften und dem Innovation Systems Department des AIT durchgeführt wird.

Auch einen Termin für den Herbst nannte Lichtenecker: Vom 20. Bis 21.10. findet ein EPTA Meeting im Wiener Parlament statt, das Thema lautet: „The Future of Labour in the Digital Era. Ubiquitous Computing, Virtual Platforms and Real-time Production“.  (EPTA = European Parliamentary Technology Assessment  www.eptanetwork.org ) . Österreich hat heuer übrigens den EPTA-Vorsitz.

Dass das Thema „digitaler Wandel“ sehr komplex ist, aber auch viele Emotionen auslöst, zeigte die lebhafte Diskussion im Anschluss an Lichteneckers Vortrag.

Weitere Bilder von der Veranstaltung finden Sie unter www.keylight.at/ocg (Foto: Michael Wurzinger).

 

 

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